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Nur schlecht drauf? Oder steckt noch mehr dahinter?

20.04.2016

Viele Menschen kennen das kurzzeitige Gefühl von Antriebslosigkeit und fehlendem Interesse an alltäglichen Dingen. Doch was ist, wenn so eine Phase länger andauert und eine Besserung nicht in Sicht ist? Solche Anzeichen deuten häufig auf eine depressive Erkrankung hin und sollten ernstgenommen werden...

 

Selbsthilfegruppe gegründet (Foto: privat)
Allerdings werden solche Symptome oftmals von den Betroffenen verschwiegen oder geleugnet, aus Angst, Schwäche zu zeigen. Das macht deutlich, dass die Krankheit Depression trotz einer Vielzahl an Betroffenen noch nicht in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen ist.

 

Aus diesem Anlass heraus lud die Selbsthilfegruppe für Studierende mit einer depressiven Erkrankung der Hochschule Nordhausen zu einer Informationsveranstaltung unter dem Titel „Depression – Nur schlecht drauf? …oder steckt noch mehr dahinter?“ interessierte Studierende ein. Den Anfang machte Prof. Dr. Gemeinhardt, Dozentin an der Hochschule, mit einem Vortrag über das Krankheitsbild. Sie ging dabei auf die unterschiedlichen Erscheinungsformen und Symptome einer depressiven Erkrankung ein und beleuchtete mögliche Umgangsformen für Betroffene und deren Angehörige. Die über 50 Studierenden lauschten gespannt den Ausführungen und verdeutlichten das Interesse an dem Thema mit vielen Nachfragen.

 

Sabine Schröder, Schulleiterin der Petersbergschule, schilderte im Anschluss ihre eigenen Erfahrungen. Sie selbst litt aufgrund von privatem und beruflichem Stress an Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen und vermied weitestgehend soziale Kontakte, als bei ihr eine Depression diagnostiziert wurde. Sie erzählte, wie sie es schaffte, gesund zu werden. Dabei half ihr neben einer Therapie auch das regelmäßige Laufen.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte sich die Selbsthilfegruppe selbst vor. Diese bietet Betroffenen, aber auch deren Angehörigen, die Möglichkeit, sich über Gedanken und Erfahrungen in vertraulicher Runde auszutauschen. Interessierte können sich auf der Hochschulseite näher informieren.

 

Die Selbsthilfegruppe entstand dabei vor vier Jahren aus dem Studenten-Projekt „Für Menschen mit Depression – Gegen Ausgrenzung“, das sich dafür einsetzt, über die Erkrankung Depression aufzuklären und das Thema in den öffentlichen Fokus zu bringen. Im Sommer findet hierzu eine weitere Veranstaltung in der Hochschule Nordhausen statt.

 

Mehr Informationen zum Hintergrund der Erkrankung gibt es hier